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Durch meine langjährige Beratungsarbeit mit Menschen mit Migrations- und Fluchterfahrung bin ich mit den vielfältigen psychosozialen Belastungen vertraut, die mit Migration verbunden sein können. Dazu zählen Erfahrungen von Verlust und Entwurzelung, Unsicherheit, gesellschaftlicher Ausgrenzung oder Diskriminierung ebenso wie Fragen nach Zugehörigkeit, Heimat und persönlicher Identität. Migration kann auch bedeuten, zwischen unterschiedlichen kulturellen Bezugssystemen zu leben und neue Formen von Zugehörigkeit zu entwickeln. Identität muss dabei nicht als eindeutige Zugehörigkeit zu nur einer Kultur verstanden werden. Sie kann sich relational, mehrsprachig, transkulturell oder hybrid entwickeln und unterschiedliche biografische und kulturelle Erfahrungen miteinander verbinden. Besonders nach Flucht, Gewalt, Verfolgung oder lang andauernden psychosozialen Belastungen können traumabezogene Beschwerden, depressive oder ängstliche Symptome, körperlich erlebte Belastungen sowie in schweren Krisen auch psychotische Symptome auftreten. In meiner therapeutischen Arbeit ist es mir wichtig, solche Erfahrungen nicht isoliert zu betrachten, sondern auch ihren biografischen, sozialen und kulturellen Kontext einzubeziehen. Interkulturelle Themen betreffen jedoch nicht nur Menschen mit Migrationserfahrung. Auch in Partnerschaften, Familien, am Arbeitsplatz oder im gesellschaftlichen Zusammenleben können unterschiedliche Werte, Erwartungen und kulturelle Prägungen zu Konflikten, Verunsicherung oder Überforderung führen. Psychotherapie kann dabei einen Raum bieten, die eigene Position, Bedürfnisse und Beziehungserfahrungen besser zu verstehen und neue Möglichkeiten im Umgang damit zu entwickeln.